Tage 325 - 327
15. Dezember 2010 - 17. Dezember 2010

Puerto Natales und Torres del Paine National Park

Wir fuhren von El Calafate nach Puerto Natales, Es war keine lange Fahrt, aber wir mussten wieder einmal durch die chilenische Grenze. Diesmal ging aber alles ueberraschend schnell und der Zoll durchsuchte nicht einmal unseren Camper nach “Schmuggelhonig”...

Wir fuhren nicht nach Puerto Natales, weil es die schoenste Stadt Chiles ist, sondern weil unsere Vorratsschraenke leer waren und wir einen Supermarkt brauchten. Nachdem wir alles wieder aufgefuellt hatten, verbrachten wir die Nacht hier um am naechsten Morgen zum Torres del Paine Nationalpark zu fahren. Dort trafen wir auch Olaf, Christiane und Wim wieder. Die beiden Kiddies waren begeistert sich wieder zu sehen.

Der Nationalpark Torres del Paine ist einer der bekanntesten Nationalparks in Chile. Paine heißt in der Sprache der Mapuche-Indianer „blau“, also „Blaue Türme“.Der Nationalpark Torres del Paine liegt im Süden Chiles und ist ein Teil Patagoniens. Er gehört zur Región de Magallanes y de la Antártica Chilena und liegt rund 140 km nördlich der Stadt Puerto Natales.

Cuernos del Paine from Lake Pehoé.jpg

Im Norden grenzt der Nationalpark an Argentinien. Im Westen liegt der Grey-Gletscher mit dem See Lago Grey, im Süden der Lago del Toro und im Osten der Lago Sarmiento de Gamboa. Die Nationalpark-Fläche umfasst 2420 km². Er ist durchzogen von bis zu 3000 m hohen Bergen, Gletschern, Fjorden und großen Seen. Die „Torres del Paine“ sind das Wahrzeichen des Nationalparks. Dabei handelt es sich um drei nadelartige Granitberge, die zwischen 2600 und 2850 m hoch sind. Die Berge liegen etwa in der Mitte des Nationalparks. Südlich dieser drei Berge liegt der See Lago Nordenskjöld, benannt nach dem schwedischen Geologen Otto Nordenskjöld.

Der höchste Berg im Nationalpark ist der Paine Grande mit 3050 m.Große Teile des Nationalparks sind vergletschert. Der bekannteste Gletscher ist der Grey-Gletscher, der in den Lago Grey kalbt.

Im Sommer liegen die mittleren Temperaturen bei 11 °C und im Winter bei ca. 1 °C. Torres del Paine ist ein wunderschoener Park. Leider spielte das Wetter nicht richtig mit. Wir hatten Schnee, Regen, Wind und Sonne - alles an einem Nachmittag. Wir konnten nicht wirklich viel wandern und der beste Weg um den Park zu erforschen ist nun mal zu wandern. 


Guanaco

Nach einer kalten Nacht im Nationalpark fuhren wir am naechsten nachmittag zurueck nach Puerto Natales. Kurz nachdem wir in die Stadt eingefahren waren, stellten wir fest, dass unser rechter Hinterreifen platt war. Wahrscheinlich bin ich auf der schlechten Schotterpiste zu schnell unterwegs gewesen. Wir fanden eine Reifenreparaturwerkstatt, die das Problem schnell und guenstig behob. Wir verbrachten noch eine weiter Nacht in Natales und machten uns dann am naechsten Morgen auf Richtung Argentinien.


ARGENTINIEN

Tage 312 - 318
2. Dezember 2010 - 8. Dezember 2010

Puerto Montt - Chaiten - Parque Nacional Queulat - Coihaique - Puerto Tranquillo - Chile Chico
(Carretera Austral)

Heute hatte das Warten endlich ein Ende. Um 19 Uhr nahmen wir die Faehre von Puerto Montt nach Chaiten. Die Faehre fuhr 13 Stunden durch die Nacht und wir erreichten Chaiten am naechsten Morgen fit und ausgeruht. Unser Abenteuer "Carretera Austral" konnte beginnen.

Als Folge des Ausbruchs des benachbarten, gleichnamigen Vulkans wurden am 12. Mai 2008 große Teile der Stadt durch einen Lahar überschwemmt. Der durch die Stadt fließende Fluss Rio Blanco bahnte sich anschließend ein neues Bett, was weitere Zerstörungen mit sich brachte. Angesichts der Zerstörungen und andauernder vulkanischer Aktivität beschloss die Regierung 2009 die Aufgabe der Stadt und den Aufbau eines neuen Chaitén an der Küste 10 km weiter im Norden. Einige der Einwohner wollen jedoch ihr zu Hause nicht verlassen und harren noch immer in der Stadt aus. Sogar einige Restaurants und Hostels haben wieder geoeffnet.


Chaiten heute


Ein paar Kilometer hiner Chaiten wird die Carretera zur Schotterpiste, die sich durch die atemberaubende Landschaft Sued Chiles schlaengelt.

Lange Zeit war der Süden Chiles nur per Flugzeug oder Schiff zu erreichen. Der Panamericana-Highway führte nicht durch diese unwegsame Gegend, sondern über Argentinien nach Feuerland; der Grund liegt in der dichten Bewaldung des Gebietes, wohingegen das argentinische Patagonien sehr karg und somit weitaus leichter zu bebauen ist.

Im Jahre 1976 begann Diktator Augusto Pinochet mit dem Bau der Carretera Austral. Die Carretera Austral bildete das aufwendigste Großprojekt in Chile im 20. Jahrhundert. Ausgangspunkt für den Bau war die Stadt Puerto Montt. Mehr als 10.000 Soldaten wurden zeitweise für den Bau eingesetzt. Der Straßenbau erwies sich als äußerst schwierig, da die Landschaft von Fjorden, Gletschern und Gebirgszügen durchzogen ist.

Mehr als 20 Jahre wurde an der Straße gebaut. Die reine Nord-Süd-Route erwies sich als technisch unmöglich. So führen rund 1150 km von Norden nach Süden und rund 229 km von West nach Ost. Der nördliche Teil zwischen Puerto Montt und Chaitén ist noch nicht fertiggestellt. Zwischen Hornopirén und Caleta Gonzalo verkehrt eine Fähre.

Der Bau kostete rund 200 Millionen US-Dollar. Trotzdem sind weite Teile nur einfache Schotterpisten; die Wartung und Pflege erweist sich als aufwändig.

Es herrscht kaum Verkehr hier unten und manchmal ist man stundenlang unterwegs ohne ein anderes Fahrzeug zu sehen. Zeitweise ist die Strasse nicht mehr als ein schmaler, schlecht ausgebauter Feldweg aber genau das macht den Reiz dieser Strecke, und unserer Meinung nach, einer der schoensten Strassen der Welt aus.

Unser erster Halt war am Parque Nacional Queulat wo wir auch uebernachteten. Der Park ist bekannt fuer seinen "haengenden Gletscher", der sich leider wie so viele andere Gletscher immer weiter verkleinert. Bei unserer Ankunft im Park konnten wir nicht viel von ihm sehen, da alles hinter Wolken versteckt war. Am naechsten Morgen scheinte die Sonne und wir entschlossen uns zu einer Wanderung um den Gletscher aus der Naehe zu betrachten. Der Aufstieg war teilweise ziemlich anstrengend aber die Muehe lohnte sich. Vom Aussichtspunkt hatten wir einen sehr schoenen Blick und konnten das Knacken des Eises sowie das Fallen von Eisstuecken hoeren und sehen.

Nach zwei Naechten im Park fuhren wir weiter nach Coihaique. Wir kamen zwar teilweise sehr langsam aber insgesamt doch schneller als gedacht voran, so dass wir am spaeten Nachmittag in Coihaique ankamen. Dort lernten wir Olaf und Christiane kennen, die mit ihrem dreijaehrigen Sohn Wim auf einer dreimonatigen Reise durch Chile und Argentinien sind. Marissa freute sich besonders, dass sie mal wieder ein gleichaltriges Kind traf.

Urspruenglich hatten wir geplant eine Faehre von von Puerto Ibanez nach Chile Chico zu nehmen um etwas Zeit zu sparen. Gluecklicherweise war die Faehre total ausverkauft und die naechste Ueberfahrt erst in einer Woche moeglich. So entschieden wir uns den Lago General Carrera zu umfahren und wurden mit einer unbeschreiblich schoenen Landschaft belohnt.

Der See, welcher eine Flaeche 1,850 km² hat, wird von Chile und Argentinien geteilt. Es ist der der groesste See in Chile und der zweitgroesste in Suedamerika. Die groesste gemessene Tiefe des Sees liegt bei 586 Meter. Die Ufer des Sees wurden von 1900 bis 1925 zuerst von europaeischen Einwanderern besiedelt. Bis zum Bau der Carretera Austral war die chilenische Seite des Sees nur per Flugzeug zu erreichen und damit ziemlich isoliert.

Irgendwo noerdlich von Rio Tranquillo ueberholte uns zunaechst ein Auto und mehrere Kurven spaeter bedeutete uns der Fahrer, anzuhalten. So lernten wir Fred aus New York City kennen. Fred ist Rentner und hat bis vor acht Jahren in Manhattan gelebt und an der Wall Street gearbeitet. Vor sechs Jahren zogen er und seine Frau Temuco hier her. Wir unterhielten uns eine Weile und Fred lud uns ein, ihn und seine Frau am Abend zu besuchen. Dies passte nicht zu unseren Plaenen, so verschoben wir den Besuch auf einen der folgenden Tage.

Wir verbachten die Nacht auf einem Campingplatz in Rio Tranquillo und duerfen den 1. Platz fuer die saubersten Sanitaeranlagen and diesen Platz vergeben. Fast wie zu Hause als Mammi noch das Bad geputzt hat. Frueh am naechsten Morgen machten wir mit einer Nusschale von Boot einen Ausflug zu der "Catedral del Marmol". Dies sind Felsformationen aus Marmor, die mit Hoehlen durchsetzt sind. Sehr eindrucksvoll. Starker Wind und hohe Wellen machten das ganze etwas anstrengend aber es war die Muehe wert.

Wir kamen gegen 10 Uhr zurueck und setzten unsere Fahrt fort. Als wir am Kilometerstein 273 vorbeikamen, fiel mir ein Schild auf. Ich bremste und fuhr zurueck. Auf dem Schild stand “NY here”. Muss wohl Fred sein...Wir fuhren 2km zu seinem Haus und wir wurden mit offenen Armen und einem leckeren Mittagessen begruesst.

Fred und seine Frau lebten in Manhattan auf der Park Avenue, Ecke 38 Strasse. Dort gibt es alles von Heimwerkermaerkten bis Sushi Restaurants in einem 1 Kilometer Radius. Hier in Chile gibt es nichts in einem 50 km Radius. Die beiden halten 200 Schafe, einige Kuehe und hunderte von Hasen. Die beiden bauten erst kuerzlich einen Ofen im Garten, in dem sie Pizza und Brot backen koennen. Die Stromversorgung ist mehr oder weniger zuverlaessig und Internet und alle anderen Kommunikationsformen funktionieren per Satellit - und das nur wenn es nicht zu sehr windet oder bewoelkt ist. Dafuer ist die Lage ihres Hauses und der Ausblick um so besser.

Nachdem wir uns einige Zeit unterhalten hatten verabschiedeten wir uns, um weiter nach Chile Chico zu fahren. Dort trafen wir einen Kanadier, der mit dem Fahrrad von Kanada nach Chile geradelt war. Er brauchte dafuer nur eineinhalb Jahre. Ausserdem trafen wir Franziska aus Berlin, die durch Chile und Argentinien trampt.

Chile Chico bedeutete auch das Ende der Carretera Austral fuer uns. Wir genossen jede Minute davon und sind froh, dass wir uns nicht durch die Horrorgeschichten (platte Reifen, gesprungene Schieben und Scheinwerfer etc).

Leider werden immer groessere Abschnitte der Carretera geteert und es ist nicht mehr das selbe. Der Flair und das Abenteuer geht verloren. Aber um “normale Touristen” anzulocken und denen das Reisen so angenehm wie moeglich zu machen, wird wohl die gesamte Strasse ueber kurz oder lang geteert sein. Schade...


Tage 295 - 311
15. November 2010 - 01 Dezember 2010


Santiago/Isla de Maipo - Villarrica - Pucon - Ensenada/Lago Llanquihue


Wir strapazierten mal wieder unsere Bremsen, da es nach der Grenze steil und in Serpentinen bergab ging. Von fast 3000 Meter auf fast 0. Unser Plan war einen Uebernachtungsplatz in Santiago zu finden um dort ein paar Weihnachtsgeschenke fuer Marissa einzukaufen. Da es nicht ueberall "westliches" Spielzeug gibt, muss man etwas planen...
Leider stellte sich der geplante Uebernachtungsplatz mal wieder als eine Niete heraus und wir gingen zu Plan B ueber. Weiterfahrt nach Isla de Maipo, ca. 30 km suedlich von Santiago. Dort schlugen wir dann in einem Badepark/Campingplatz unser Lager auf und stuermten von dort die Shopping Malls von Santiago.

Nachdem wir uns gut eingedeckt hatten ging es auch schon wieder weiter Richtung Sueden. Villarrica stand als naechstes auf dem Plan. Villarrica liegt etwa 85 km südöstlich von Temuco am Westufer des Lago Villarrica. Der Lago Villarrica besitzt eine Fläche von rund 176 km² und eine maximale Tiefe von 165 m. Am See gibt es viele herrliche Strände. Er ist die Quelle des Flusses Río Toltén. Südöstlich der Stadt liegt der aktive Vulkan Villarrica mit 2840 m Höhe. Vor sechs Jahren sind wir diesen Vulkan bestiegen und auf dem Hosenboden wieder hinuntergerutscht (auf dem Schnee...)



Das Klima ist mit dem Deutschlands vergleichbar. Besonders im Winter regnet es aber viel, Schneefälle sind selten.
1551 erreichte Pedro de Valdivia die Gegend um den Lago Villarrica. Am 23. April 1552 gründete Jerónimo de Alderete die Stadt Santa María Magdalena de la Villa Rica. Allerdings musste die Stadt zwischen 1554 und 1559 nach massiven Mapucheangriffen aufgegeben werden. 1559 gründete García Hurtado de Mendoza die Stadt neu. 1575 wurde die Stadt durch den Vulkan Villarrica stark zerstört, dabei starben 350 Einwohner.
Ab 1597 begannen wieder massive Mapucheangriffe und die Stadt wurde 1602 komplett aufgegeben. Die Spanier zogen sich für lange Zeit aus dem Gebiet zurück.
Seit 1. Januar 1883 wurde das Gebiet vom Kaziken Epulef wieder an die Chilenen unter Gregorio Urrutia übergegeben. Am 2. Januar 1897 begann der Neuaufbau der Stadt. Im Juni 1916 wurde dann die Gemeinde Villarrica gegründet.

Wir waren wie weiter oben schon erwaehnt vor sechs Jahren schon in Villarrica und hatten gute Erinnerungen.  Wir fanden auch schnell einen Campground nahe zum Stadtzentrum und freuten uns ueber das schoene Wetter an diesem Abend. Am naechsten Tag sah es schon wieder ganz anders aus - Regen der die naechsten drei Tage anhalten sollte. Dafuer bekamen wir "Verstaerkung" aus Tuebingen.  Carsten und Ulla auf ihrer Fahrt durch Chile und Argentinien machten mit ihrem blauen Bus Station in Villarrica. Wir hatten das Fahrzeug der beiden bereits auf dem Parkplatz vor Humberstone im Norden Chiles gesehen. Ein schwaebisches Kennzeichen faellt halt auf. Abends sassen wir bei einem Wein und Pisco Sour beisammen und quatschten ein wenig. Am naechsten Morgen fuhren die beiden weiter und auch wir wollten einen Ort weiterfahren. Der Regen hatte jedoch den Rasen auf dem wir standen komplett aufgeweicht und ich dachte leider nicht daran beim ausparken den Allradantrieb anzuschalten. So sank unser Harry bis zur Haelfte der Hinterreifen ein. Nun kam auch endlich unser Klappspaten zum Einsatz, Einer der wenigen Ausruestungsgegenstaende, die bisher keine Verwendung gefunden hatten. Der Campingplatzbesitzer nahm das ganze zum Glueck mit Humor und half kraeftig mit. Irgendwann kam eine Schulklasse zum Zelten. Der Besitzer des Campingplatz mobilisierte gleich alle maennlichen Schueler plus Lehrer "El Profesor" und Busfahrer. Mit vereinten Kraeften wurde unser 4.5 Tonnen Monstrum aus dem Matsch gezogen und gedruckt. Das ganze dauerte immerhin rund 5 Stunden und mit der Weiterfahrt war es fuer diesen Tag natuerlich vorbei, Das ich bei der Aktion den ganzen Rasen umgegraben hatte, schien den Campingplatzbesitzer nicht wirklich zu interessieren. Er freute sich trotzdem ueber die Flasche Wein.



Am naechsten Tag fuhren wir 20 km weiter nach Pucon, um dem schlechten Wetter zu entflihen...Aber auch da regnete es weiter. Wir verbrachten eine Nacht dort bevor wir uns auf den Weg Richtung Sueden machten. Zu Besichtigungen kamen wir leider nicht, war aber auch nicht so schlimm, da wir wie gesagt schon vor sechs Jahren hier waren.

Weiter ging es Richtung Puerto Montt, von wo aus es auf die beruehmt-beruechtigte Carretera Austral gehen soll. 1200km Schotterpiste. Puerto Montt ist eine Stadt mit 150000 Einwohnern und nicht unbedingt die schoenste Stadt Chiles, Also entschieden wir uns ausserhalb zu bleiben und nur fuer Erledigungen in die Stadt zu fahren. Wir fanden einen Campingplatz direkt am See Llanquihue. Die gesamte Umgebung ist sehr schoen, Seem und Lagunen und schneebedeckte Berge und Vulkane. Ein erster Vorgeschmack darauf, was uns weiter suedlich noch erwarten wird.
Da wir immer noch das Problem mit der Elektrik hatten, brachten wir unser Fahrzeug in die oertliche Ford Werkstatt wo man sich des Problems annehmen wollte. Ausserdem ist da noch das schleifen, das aufhoert wenn ich die Kupplung trete. Dann brauchten wir wieder einmal neue Bremsscheiben, Oelwechsel und -filter sowie eine neue Batterie. Das Auto stand fast eine Woche bei Ford und ausser das Schleifgeraeusch wurde - so wie es scheint - alles behoben. Man fand den Grund des Schleifens konnte jedoch das benoetigte Teil nicht bekommen, da es dies in ganz Chile nicht gibt, Der Werkstattmeister meinte jedoch dass es kein Problem sei mit dem Schleifen zu fahren.

Da wir auf der Carretera Austral nicht ohne Faehre auskommen, organisierten wir eine Ueberfahrt von Puerto Montt nach Chaiten. Wir sparen uns dadurch ca 200 km Schotterwaschbrettundschlaglochpiste, duerfen dafuer 14 Stunden auf eine Faehre verbringen. Leider waren alle Wunschtermine schon ausgebucht, so dass wir erst fuer den 2. Dezember einen Platz bekamen.

Nachdem alles organisatorische erledigt war, widmeten wir uns der schoenen Landschaft in der wir uns aufhielten, Wir unternahmen ein paar kleinere Wanderungen und besuchten unter andem den Lago Todos Santos. Ausserdem fuhren wir einmal um den Lago Llanquihue herum, was uns schonmal einen kleinen Vorgeschmack auf die Carretera brachte. Hier in Ensenada gibt es einen Campingplatz namens "Yankee Way". Damit machen sich die Einheimischen darueber lustig wie die "Gringos" den See Llanquihue aussprechen, Guter Sinn fuer Humor die Chilenen.

Der Llanquihue-See ist mit 877 km² der zweitgrößte See Chiles (zum Vergleich, die Fläche des Bodensee ist 536 km²).. Am Südufer des Sees liegt die Stadt Puerto Varas, im Westen die Stadt Frutillar und im Norden die Stadt Puerto Octay. Der See wird aus den Anden gespeist. Rund um den See leben sehr viele deutschstämmige Einwanderer.
Von dem See aus bietet sich ein herrlicher Blick auf den Vulkan Osorno mit seinem 2652 Meter hohen Gipfel.



1552 entdeckt Pedro de Valdivia den See. 1558 erreichten der Schriftsteller Alonso de Ercilla y Zúñiga und der Gouverneur von Chile García Hurtado de Mendoza das Seeufer erneut.
Die ersten Einwanderer kamen ab 1853 an den See. Zuvor hatte der Deutsche Bernhard Eunom Philippi (1811–1852) im Jahre 1842 die Gegend um den See erforscht.
Die chilenische Regierung lud weitere deutsche Einwanderer zur Besiedlung dieser Gegend ein. Nachdem in Deutschland 1848 die Märzrevolution gescheitert war, kamen einige tausend Deutsche in die Gegend. Sie gründeten 1853 Puerto Montt und siedelten sich in den Städten Llanquihue, Frutillar und Puerto Varas, El Maiten und Puerto Octay an. Die Städte sind heute noch deutsch geprägt mit vielen deutschen Bauten des 19. Jahrhunderts und zahlreichen Kulturveranstaltungen. Leider haben wohl die Rezepte die Jahre nicht ueberlebt. Wir waren in Puerto Montt im Club Aleman (Deutscher Verein) essen und das was da mir als Gulasch vorgesetzt wurde...ayayay. Es war gut. Aber eher Rahmgeschnetzetltes als Gulasch...

Da uns mal wieder das Gas ausging, mussten wir uns auf die Suche nach einer Gasfuellstation machen. Unsere Hoffung war Puerto Montt - bei 150000 Einwohner koennte es dort ja sowas geben. Aber nein - dort werden nur Gasflaschen verkauft. Zum Auffuellen muessten wir nach Osorna - "nur" ca. 120 km noerdlich - fahren. Also taten wir dies. Mal eben 240 km fuer 9kg Gas....Aber wir wollen auf der Carretera Austral ja nicht frieren. Am 2. Dezember geht unsere Faehre nach Chaiten und von dort gehts auf die Schotterpiste Richtung Sueden.


Tage 270 - 279
22. Oktober 2010 -
 30. Oktober 2010

Arica - Iquique - San Pedro de Atacama

Am 22. Oktober ueberquerten wir die Grenze von Peru nach Chile. Wie zu erwarten war, war der Grenzuebergang zu Chile etwas komplizierter als die anderen Suedamerikanischen, die wir bisher hinter uns gebracht hatten. Zum einen wusste zunaechst keiner was zu tun war, um ein Fahrzeug temporaer nach Chile einzufuehren. Da wir eine Grenze gewaehlt hatten, die in der Vergangenheit von anderen Reisenden genutzt wurde, liegt die Vermutung nahe, dass die Chilenen es ganz einfach gern etwas komplizierter haben. Zum anderen sind sie schon fast krankhaft hinter allen frischen Lebensmitteln wie bspw. Obst, Gemuese oder auch Honig her. Man koennte ja irgendeine schlimme Krankheit in einfuehren.So war es an dieser Grenze das erste mal, dass unser Camper gruendlich untersucht wurde. Man fand auch tatsaechlich zwei vertrocknete Zwiebeln und einen kleinen Rest Honig aus Guatemala. Da ich auf der Zollanmeldung dies nicht angegeben hatte, musste ich gleich nochmal eine neue ausfuellen. Das Ganze ging trotzdem relativ schnell ueber die Buehne, so dass wir nach etwas einer Stunde weiterfahren konnten. Wir fuhren noch rund 10 km weiter nach Arica, wo wir einen netten Campingplatz in der Naehe des Strandes fanden. 


Arica

Der Campingplatz, auf dem wir die Nacht verbrachten, war wohl der sicherste Ort in der Stadt, da die oertliche Polizei eine Party dort feierte. Am naechsten Morgen zogen wir um an den Strand, wo wir Norbert und Frau (www.sparrow-live.de) sowie einen Hollaender trafen, die dort schon eine Weile standen. Wir standen dort direkt am Meer in der Naehe einer Kaserne der chilenischen Armee. Es war schoen mal wieder eine Nacht ohne stoerende Geraeuschkulisse zu verbringen. Lediglich das Meeresrauschen war zu hoeren. Ueberall wo wir hinkommen, wird gefeiert. Die Lateinamerikaner finden immer etwas zu feiern - und dies natuerlich immer mit lauter Musik, die irgendwann einfach nur noch stoert. Wenn dann noch ein Rudel bellender Hunde und ein paar Haehne dazu kommt ist es irgendwann mal nervig. Aber wir wollen ja nicht meckern....:-)

Von Arica ging es weiter nach Iquique wo wir an einer Gleitschirmschule unser Nachtlager aufschlugen. Wir trafen dort die Augsburger Weltenbummler Horst und Gerlinde. Beide Anfang 70 und fit wie ein Turnschuh.
Wir besichtigen das ehemalige Salpeterwerk Humberstone.

View of Humberstone

Die Humberstone- und Santa-Laura-Salpeterwerke sind ehemalige Werke zum Abbau von Chilesalpeter, die sich in der Kommune von Pozo Almonte in der Región de Tarapacá in Chile befinden. Sie sind im Weltkulturerbe der UNESCO aufgelistet. Die Salpeterwerke in der Wüste sind seit 1961 dem Verfall ausgesetzt.

Beide Werke spiegeln die Pracht und den Kontrast wider, die Chile Ende vom 19. und Anfang vom 20. Jahrhundert erlebte. Zu Glanzzeiten zählte Santa Laura 425 Einwohner, während in Humberstone mehr als 3500 Personen lebten
Es war ziemlich beeindruckend zu sehen, in welchem Luxus die Arbeiter damals lebten und was ihnen geboten wurde. Da war bspw. ein grosses Theater und eine Swimmingpool mit olympischen Massen, der aus Stahlplatten hergestellt wurde. Leider kuemmerte sich jahrzehntelang niemand um die Anlagen, so dass viele Gebaeude bereits verfallen sind. Hier wurde in den achtziger Jahren eine Folge fuer die TV Serie "Auf Achse" gedreht.

Vom Meer in Iquique ging es viele hunderte von Kilometern in die Atacama Wueste. Genauer nach San Pedro de Atacama. Wir waren bereits vor sechs Jahren hier aber die Stadt hat sich nicht wesentlich veraendert. Es gibt jetzt mittlerweile einen Geldautomaten hier...

Wir unternahmen einige Ausfluege in die Umgebung. Unter anderem besuchten wir das "Valle de la Luna".

Die Landschaft aehnelt der auf dem Mond. Daher der Name. Ausserdem kann man einige Salzformationen sehen. Bspw. die "Tres Marias". Mit etwas Phantasie erkennt man da dreimal die Jungfrau Maria. Einmal mit dem Kind auf dem Arm, einmal betend und einmal knieend. Ausserdem den Dinosaurier Kopf der sich gen Himmel reckt.Das Gebiet zaehlt zu den trockensten der Erde.


Tres Marias

Aussserdem besuchten wir die Lagune Cejas und andere salzhaltige Lagunen in der Naehe von Atacama. Auf Grund des sehr hohen Salzgehalts kann man sich in ihnen aehnlich wie im Toten Meer einfach treiben lassen. Das Farbenspiel von Lagune, Sand, Bergen und Himmel war teilweise atemberauend. Nach einigen Tagen in San Pedro de Atacama machten wir uns auf um zum ersten Mal die Grenze nach Argentinien zu ueberqueren. Dies wird auf dem Weg nach Sueden noch oefter vorkommen. Daher muesst Ihr zwischen den Berichten fuer Chile und Argentinien hin und her springen.
Wir wollten von San Pedro de Atacama direkt nach Salta in Argentinien fahren. Aber auf Grund starker Kopfschmerzen war ich irgendwann nicht mehr in der Lage zu fahren. Das waren wohl die Nebenwirkungen der etremen Hoehe. Wir waehlten den Paso de Jama als Weg ueber die Anden nach Argentinien. Der hoechste Punkt dieses Passes liegt auf ueber 4800 Meter.
DSC01002


Lest weiter auf der Seite "Argentinien".


 


 
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