Guatemala



Tage 127 - 129
22. Mai - 24. May 2010

Nach einer tollen Woche am Lake Atitlan machten wir uns auf den Weg nach Guatemala City.  Bevor wir zu unserem Uebernachtungsplatz fuhren, stoppten wir an einem der grossen Einkaufszentren in Guatemala City. Schliesslich war es Sonntag mittag und als fast Amerikaner mussten wir einfach den Sonntag in der Mall verbringen... Wir waehlten ein gutes lokales Restaurant zum Mittagessen - McDonalds. Was fuer ein Unterschied zu den McD's in den US oder Deutschland. Besserer Service als in einem 4 Sterne Lokal...Der Ketchup wir einem an den Tisch gebracht und sogar der Kindersstuhl fuer Marissa wurde eingestellt.  Nachdem wir mal wieder unseren Lebensmittelvorrat aufgestockt hatten fuhren wir weiter zu unserem Uebernachtungsplatz etwas ausserhalb von Guatemala City von wo aus wir am naechsten Tag nach Chiquimula, 30 km von der Grenze, fuhren.

Guatemala war sehr schoen - viel besser als erwartet. Sehr farbenfroh, freundlich und traditionell. Mal sehen was Honduras zu bieten hat.

Tage 120 - 126
15. - 21. Mai 2010

Nach zwei Tagen in Antigua fuhren wir weiter nach Panajachel am Lago Atitlan. Der See ist einer der schoenen Plaetze dieser Erde. 

 


Der See liegt auf ueber 1500 Meter und ist umgeben von 3 Vulkanen. Der See selbst ist der drittgroesste in Guatemala und fuellt einen alten Vulkankrater, der eine Flaeche von 126 Quadratkilometer hat.
Wir stellten uns beim Hotel Vision Azul unter und fanden zum ersten Mal seit wir Mexico verlassen haben wieder andere Camper vor. Wir trafen Wilma und Marcel aus Holland (
www.waggeladventures.com) , Juergen aus Italien und einen Amerikaner aus Texas. 

Wir fuhren mit dem Bus sehr frueh nach Chichicastenango, das auf 2000 Meter liegt und wo jeden Donnerstag und Sonntag der groesste Markt in Mittelamerika abgehalten wird.

Die Bevölkerung im Gebiet von Chichicastenango gehört mehrheitlich dem indigenen Maya-Volk der Quiché an.

Chichicastenango war im alten Königreich der Quiché ein wichtiges religiöses und politisches Zentrum. Nach der Eroberung durch den spanischen Conquistador Pedro de Alvarado 1524 zerstörten die Spanier den alten Maya-Tempel und bauten auf seinem Sockel die Kirche Santo Tomás (Hl. Thomas). Bis heute wird der Ort des Tempels jedoch noch von Maya-Schamanen genutzt, die Weihrauch und Kerzen auf ihm anzünden und manchmal Tieropfer (Hühner) darbringen. Die 18 Stufen der noch vom alten Maya-Tempel stammenden Treppe entsprechen den Monaten des Maya-Kalenders.

Wir nahmen ein Boot nach Santiago Atitlan. Die Gemeinde befindet sich in einer Bucht des Lago Atitlan zwischen zwei Vulkanen. Vulkan San Pedro ist 2,846 Meter hoch, Volcan Toliman  3,144 Meter.Die Mehrheit der Bevoelkerung sind Maya. Santiago Atitlan war einmal Hauptstadt de Tz'utujil. In Santiago Atitlán war waehrend des Buergekriegs in den 80ger und 90ger Jahren Ort von erheblicher, staatlich unterstuetzter Gewalt. Zu den wichtigsten Vorfaellen gehoert die Ermordung des katholischen Priesters Stanley Rother durch rechtsradikale Todesschwadronen am 28. Juli1981 sowie das Massaker von 14 Personen (plus 21 verletzten) vom 2. Dezember 1990, als die Guatemaltekische Armee das Feuer auf unbewaffnete Zivilisten eroeffnete.



Es gibt unglaublich viel zu tun am Lake Atitlan - wenn man das will. Man kann auch einfach nur abhaengen und nichts tun. So wie wir gestern. Marcel und Wilma, Juergen und James gesellten sich gestern mittag zu uns und wir konnten gespannt die Dreharbeiten zu einer Folge "The Amazing Race" verfolgen. 

Freitag ist Markttag in Solola, 10 km entfernt von hier. Wir nahmen den Chicken Bus und genossen das Erlebnis sehr.  Der Markt in Solola ist authentischer als der in Chichicastenango. Er ist ausschliesslich auf die Einheimischen ausgerichtet und man findet hier so gut wie keine Touristen. Leider war der Besuch dort etwas verkuerzt, da Marissa von einer Biene in den Daumen gestochen wurde....


Tag 118 & 119
13. & 14. Mai 2010

Antigua, Guatemala

Wir fuhren in die Stadt und fanden einen Stellplatz im Fuhrpark der Polizei. Es handelt sich hier um einen umzaeunten und streng bewachten Parkplatz. Es gibt sogar Duschen, die hauptsaechlich von den Polizisten benutzt werden, aber auch von uns genutzt werden durften. Das beste daran - es ist umsonst.
Wir verbrachten zwei Tage in Antigua.

Die Straßen von Antigua, der Vulkan Agua im Hintergrund

Ein wenig geschichtliches zu Antigua:

Im Zug der Eroberung Guatemalas durch Pedro de Alvarado richteten die Spanier am 25. Juli 1524 eine erste Hauptstadt in Tecpán Guatemala bei Iximché (Chimaltenango) ein. Am 22. November 1527 verlegte man sie ins sechs Kilometer südwestlich von Antigua Guatemala gelegene Santiago de Goathemala, die heutige Ciudad Vieja (dt. „Alte Stadt“). Im Herbst 1541 begrub eine Schlammlawine den Ort unter sich, mehrere hundert Menschen starben. Am 10. März 1543 gründete Bischof Francisco Marroquín im nahen Panchoy-Tal die dritte Hauptstadt, die 1566 von König Philipp II. den Namen La Muy Noble y Leal Ciudad de Santiago de los Caballeros de Goathemala erhielt (heute Antigua Guatemala). In den folgenden 200 Jahren entwickelte sich die Stadt zum politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Zentrum Mittelamerikas, das Mexiko-Stadt oder Lima in nichts nachstand. Erdbeben richteten im Lauf der Zeit mehrmals schwere Schäden an, doch blieben die negativen Auswirkungen auf die städtebauliche Entwicklung nur von kurzer Dauer. Mitte des 18. Jahrhunderts hatte Antigua mehr als 50.000 Einwohner, über 50 Kirchen und Kapellen, Krankenhäuser, Schulen, eine Druckerei und auch eine Hochschule, aus der die heutige Universidad de San Carlos de Guatemala hervorging. Diese Stadt wurde am 29. Juni 1773 durch ein schweres Erdbeben völlig zerstört. Zunächst plante man einen Umzug der Hauptstadt ins etwa 150 km östlich gelegene Jalapa, dann entschied man sich für die 45 km entfernte Ermita-Hochfläche, wo sich heute Guatemala-Stadt befindet.
Antigua Guatemala wurde als Stadt nie aufgegeben, erholte sich jedoch nur sehr langsam. Ab 1871 ermöglichten die Säkularisierung des Kirchenbesitzes und die liberalen Reformen der Regierung Barrios in- und ausländische Investitionen und den Aufbau einer auf Kaffee basierenden Exportwirtschaft. 1976 richtete ein weiteres Erdbeben in Antigua, wie auch in anderen Städten Guatemalas, erneut schwere Schäden an. Einige wenige Ruinen erinnern noch an die verschiedenen Naturkatastrophen, die die Stadt im Lauf der Zeit heimgesucht haben.

Antigua ist sehr einfach zu erlaufen, so waren wir jeden Tag ziemlich lange auf den Beinen. Entgegen anderer Berichte, fuehlten wir uns in Antigua sehr sicher und wohl.  Marissa war besonders begeistert von den "Chicken Bussen".

Chicken Busse sind alte amerikanische Schulbusse. Die Schulbusse werden in den USA mit dem erreichen von 150000 Meilen ausgemustert. Nur ausgewaehlte Exemplare schaffen es nach Guatemala. Hier angekommen, werden sie erstmal bearbeitet. Die Busse, die normalerweise 13 Fenster haben, werden auf 10 gekuerzt. Sie bekommen einen starken 10 Zylinder Diesel Motor und entsprechende andere Bremsen etc. Zum Schluss wird der Bus mit viel Chrom und Farbe verziert.  Warum die Busse Chicken Bus, also Huehner Bus, heissen, weiss keiner so genau. Es kann daran liegen, dass die Einheimischen ihre Huehner damit zum Markt bringen. Meine Vermutung ist eher, dass man kein Huehnchen sein darf, wenn man in so einem Bus mitfahrt.  Die Busse werden von privaten Unternehmen betrieben. Der Fahrer der zuerst an den Haltestellen ist, verdient am meisten Geld. Entsprechend wird gefahren. Ich habe versucht an einem dieser Busse dranzubleiben und hatte keine Chance.  Sie fahren sehr sehr sehr schnell und manchmal auch etwas risikoreich (Ueberholen vor Kurven oder Kuppen z.B.). Vielleicht sollte ich nach der Reise Chicken Bus Fahrer werden....

Nach 2 Tagen in Antigua fuhren wir weiter nach Panajachel am Lago Atitlan.

Tag 117
12. Mai 2010

Rio Dulce - Antigua

Wir machten uns auf den 300 km langen Weg von Rio Dulce nach Antigua. Wir kamen teilweise ziemlich langsam voran, so dass wir fuer den Weg ca. 7 Stunden brauchten. Marissa bewies wieder einmal enormes Sitzfleisch und viel Geduld.

Leider gibt es keine Moeglichkeit Guatemala City zu umfahren, so dass wir mitten durch mussten. Wir verfuhren uns einmal etwas, fanden aber schnell auf den richtigen Weg zurueck

Gegen 16.30 Uhr kamen wir in einem Vorort von Antigua an, wo wir einen staatlichen Freizeitpark fanden, der Campen erlaubt. Wir waren wieder einmal die einzigen Touris weit und breit. Seit Mexico haben wir keinen anderen Camper mehr gesehen. Manchmal schon komisch. Sind wir in Mexico und Belize schon mit unserem Fahrzeug aufgefallen so sind wir hier in Guatemala eigentlich immer die Attraktion - egal wo wir sind. Man verdreht sich die Haelse nach unserem Truck.

Antigua liegt auf 1500 Meter und es tut so gut der schwuelen Hitze zu entfliehen. Wir koennen heute die Klimaanlage mal auslassen und bei offenem Fenster schlafen


Tage 115 & 116
10. & 11. Mai 2010

Rio Dulce und Umgebung

Fronteras oder auch Rio Dulce liegt am gleichnamigen Fluss, der ins Meer muendet. Wir fuhren zum Castillo de San Felipe, ein Fort, das im 16. Jahrhundert erbaut wurde und dazu diente sich gegen Piraten zu verteidigen, die in der Hurrican Saison in den Fluss einfuhren. Das Fort wurde wunderschoen restauriert und bietet einen tollen 360 Grad Blick auf den Fluss. 

Danach fuhren wir weiter um den See nach El Estor von wo man einen tollen Blick ueber eine der breitesten Stellen des Flusses und die Berge hat. Dort nahmen wir auch unser Mittagessen ein.

Die Strasse nach El Estor ist so wie wir uns die Strassen in Mittelamerika vorgestellt hatten - schlecht. Nicht geteert und voller Querrillen. Wir brauchten fuer die 40 Kilometer ueber eine Stunde.

Etwa 20 Minuten von Rio Dulce gibt es im Dschungel versteckt heisse Quellen in denen man Baden kann. Das interessante daran - neben der Location - ist, dass die natuerlichen Pool mit kuehlem Wasser gefuellt sind und dass durch einen Wasserfall heisses Wasser dazu kommt. So hat das Wasser ca. 30 Grad, was bei der Hitze hier nicht wirklich eine Abkuehlung ist. Trotzdem war es sehr schoen und entspannend. Als wir zum Parkplatz zurueckkamen, warteten schon 3 Maedchen auf uns, die uns Bananenbrot und Orangen anboten. Wir kauften etwas von dem Bananenbrot, das lecker war. Danach baten Sie uns um Schreibutensilien fuer die Schule. Wir haben ungefaehr 200 Kugelschreiber dabei - also kein Problem. Wir gaben jedem der Maedchen 3 Hofmeister Kulis. Ob wir denn auch Papier haetten. Aber klar. Dank Zoltan haben wir einen grossen Block im Format einer Schreibtischunterlage mit Kalender von 2010 und 2011. Also bekam jedes der Maedchen noch ein bisschen Papier. Der Parkplatzwaechter war mittlerweile auch dazugekommen und fragte mit einem verlegenen Laecheln ob er denn auch Kulis haben koenne. Klar - auch er bekam zwei. Wie schoen, dass man mit solchen Kleinigkeiten ein Laecheln auf Kindergesichter zaubern kann. In solchen Momenten waere es schoen wenn Marissa etwas aelter waere, damit sie verstehen koennte, dass nicht alle Menschen in schoenen Haeusern wohnen, zwei Autos fahren und genug Geld haben um sich Schreibutensilien zu kaufen. Wir haben erfahren, dass ein normaler Arbeiter in Guatemala etwa 80 - 100 Dollar im Monat verdient. Wir haben heute mal eben fuer 50 Dollar Lebensmittel im oertlichen Supermarkt eingekauft. Kein Wunder dass einen die Leute komisch anschauen wenn man mal eben 400 Queztales, also einen halben Monatslohn, hinblaettert.
WAL MART kann man auch in Guatemala nicht entfliehen. Wir waren im einzigen groesseren Supermarkt der Gemeinde. Von aussen nicht als Wal Mart zu erkennen. Beim bezahlen stellten wir aber fest, dass der Laden Wal Mart gehoert, da die Angestellten ihre Mitarbeiterkarten um den Hals tragen und auf denen ist ersichtlich zu wem der Laden gehoert.

Tag 114
9. Mai 2010

Grenzübertritt nach Guatemala - Rio Dulce

Von San Ignacio zur Grenze nach Guatemala sind es nur wenige Kilometer. Wir wählten wieder einen kleinen und einfach zu navigierenden Übergang - den einzigen von Belize nach Guatemala.

Das ganze dauerte ca. 50 min. und folgende Schritte mussten durchlaufen werden:

Als erstes bekamen wir auf der Belize Seite unsere Ausreisestempel in den Pass. Ausserdem mussten wir unsere Ausreisegebuehr von rund 25 Euro bezahlen. Danach ging es weiter zum Belize Zoll wo wir das Auto aus meinem Pass austragen liessen. Alles funktioniert hier mit Papierlisten. Sowohl bei der Einreise als auch bei der Ausreise wird man handschriftlich in eine Liste eingetragen und irgendein armer Praktikant darf dann die Listen miteinander abgleichen. Das Computerzeitalter ist hier definitiv noch nicht angebrochen.

Als naechstes fuhren wir dann ueber die Grenze, d.h, ich fuhr. Nicole und Marissa durften das Land zu Fuss verlassen. Auf der Guatemaltekischen Seite musste ich zu erst einmal durch eine Desinfektionsanlage fahren, wo das gesamte Auto desinfiziert wurde. Man will ja schliesslich keine Viren aus Belize in Guatemala. Das kostete ca. Q40 (ca. 4 Euro). Naechster Schritt war die Einreisekontrolle. Hier arbeitete man mit Computer, was aber nicht heisst, dass es doppelt so schnell ging - eher das Gegenteil. Nachdem wir unsere Einreisestempel und Q50 (ca. 5 Euro) dafuer bezahlt hatten ging es weiter zum Zoll. Wir waren gut vorbereitet und zogen die gewuenschten Kopien von Reisepass, Fahrzeugbrief, Registrierung und Fuehrerschein aus dem Aermel. Ueber die extra grosse Kopie der Registrierung freute sich der Beamte besonders, weil er alles ohne Brille lesen konnte. Er machte sich mit uns auf den Weg zum Fahrzeug, um sich vom Fahrzeug ein Bild zu machen. Danach bekamen wir eine einen Fahrzeugstempel in den Pass und eine temporaere Einfuhrerlaubnis. Bevor wir diese jedoch ausgehaendigt bekamen, musste ich noch 20 Meter zum Fenster der Bank laufen um nochmals Q40 zu bezahlen. Man winkte mich an der 20 Personen langen Schlange vor der Bank (alles Guatemalteken) vorbei nach vorne. Was fuer ein Service. Nachdem ich bezahlt hatte, bekam ich die Einfuhrerlaubnis ausgehaendigt und durfte ins Land einfahren. Wir hoerten so mache Horrorgeschichten ueber die Einreise nach Guatemala aber wir muessen sagen, dass alles sehr professionel und freundlich ablief.

Wir fuhren heute noch weiter bis nach Rio Dulce, wo wir gegen 15.30 Uhr eintrafen. Wir waehlten Bruno’s Hotel und Marina als Standort aus. Dort stellten wir uns auf den Parkplatz und hatten sogar die Moeglichkeit Wasser und Strom anzuschliessen. Wir hatten den Eindruck, dass hier viele alte (amerikanische) Seebaeren haengen geblieben sind, die irgendwann mal mit ihren Booten kamen und nie wieder weitergefahren sind.



Belize


Tag 113
8. Mai 2010

San Ignacio

Heute war ein ruhiger Tag, den wir hauptsaechlich auf dem Campingplatz verbrachte. Ausserdem machten wir noch einige Besorgungen. Morgen wird es wieder etwas anstrengender, da wir nach Guatemala weiterfahren.

Tag 112
7. Mai 2010

Trip nach Tikal, Guatemala

Wir fragten unseren Fuehrer ob die Strasse nach Tikal tatsaechlich so gefaehrlich sei wie in Reisefuehrern beschrieben. Er meinte, dass die Strasse sehr sicher sei. In den spaeten 80gern und fruehern 90gern gab es ein paar Ueberfaelle aber seitdem sei es ruhig. So viel also zur Genauigkeit der Reisefuehrer.

Tikal war eine der bedeutendsten Städte der klassischen Maya-Periode (3. bis 9. Jahrhundert) und ist eine der am besten erforschten Maya-Städte. Die ersten Siedlungsspuren reichen ins frühe 1. Jahrtausend v. Chr. zurück. Im 2. Jahrhundert begann die eigentliche städtische Entwicklung mit der Errichtung von Tempeln, Stelen und Palast-Tempel-Komplexen. Ein erster Höhepunkt wurde im 5. Jahrhundert erreicht, als eine mächtige Herrscherdynastie einen Kleinstaat nach dem anderen in der Nachbarschaft unterwarf und zu Vasallenkönigreichen machte, woraus ein langjähriger Konflikt mit dem mächtigen Nachbarstaat Calakmul entstand. Einen zweiten Höhepunkt erlebte Tikal im 8. Jahrhundert, nachdem Calakmul als Rivale besiegt worden war. Im frühen 9. Jahrhundert schwand die Macht von Tikal, die Bautätigkeit hörte auf. Spätestens im 10. Jahrhundert war die Stadt vollständig verlassen..

Tikal erstreckt sich über ein Gebiet von etwa 65 Quadratkilometern, wovon der zentrale Bereich rund 16 Quadratkilometer einnimmt, welcher über dreitausend Bauten aufweist. Viele Gebäude (schätzungsweise an die 10.000 Strukturen, insbesondere in den Außenbereichen) sind noch nicht ausgegraben und erforscht worden. Man schätzt, dass die Einwohnerzahl des Stadtzentrums auf dem Höhepunkt der Macht in der klassischen Periode (8. Jahrhundert) mindestens 50.000 Menschen betrug und die unmittelbare Agglomeration der Metropole sogar eine Einwohnerzahl von bis zu 200.000 erreicht haben könnte.

Wir verbrachten rund 4 Stunden an den Ruinen und konnten ausserdem noch Affen und wilde Truthaehne beobachten.

Marissa hat sich ihre Spielzeit heute redlich verdient. Sie war so geduldig in Tikal also gingen wir mit ihr auf den kleinen Spielplatz am Restaurant. Eigentlich gehoert er den 3 Kindern des Besitzers, Julian (4 - 12 Jahre alt). Marissa freut sich mal wieder Kinder um sich herum zu haben. Nach einer Weile wollte der Sohn von Julian ins Haus, um etwas zu holen und lief gerade an einem kleinen Spielhaus vorbei als er ploetzlich innehielt, sich umdrehte, zurueck rannte und “Schlange, Schlange” rief. Wir liefen hin um zu sehen was da los sei und tatsaechlich - es sass eine ca. 1.20 Meter lange, gruene Schlange auf einem der Kinderstuehle in dem Haus. Julian war mittlerweile auch zur Stelle und erklaerte dass es sich um eine sehr schnelle, leicht giftige Schlange handelt. Mit geuebtem Griff fing er sie ein und lies sie etwas entfernt wieder frei. Wie ich gestern schon geschrieben habe: Belize ist WILD.

Tag 111
6. Mai 2010

San Ignacio, Belize

Wir gingen nochmal zu Pacz Tours um einen Ausflug zu buchen. Dieses Mal nach TIKAL in Guatemala. Wir hatten gehoert, dass die Strasse nach Tikal gefaehrlich sein soll. Angeblich haben dort verschiedene Ueberfaelle stattgefunden. Wir wollten kein Risiko eingehen und buchten daher die Tour mit einem Fuehrer fuer die Ruinen in Tikal.

Da der ganze Tag heute so unertraeglich heiss war, beschlossen wir eine Abkuehlung im Fluss zu nehmen, der an dem Campingplatz vorbeifliesst. Waehrend wir da so im Wasser sitzen hoeren wir ein Knacken ueber uns, gefolgt von einem Krachen. Ein Ast brach ab - warscheinlich war der Iguana, der darauf sass etwas zu schwer. Das Vieh landete fast bei Nicole auf dem Kopf und schwamm aufgeregt davon….Es ist WILD hier in Belize. Aus irgendeinem Grund mag Marissa die Iguanas, die hier rumrennen jedoch. Sie freut sich jedesmal einen zu sehen.

Tag 110
5. Mai 2010

Heute ging es in den Untergrund….Ich hatte eine Tour mit Pacz Tours in San Ignacio gebucht um die Actun Tunichil Muknal Hoehle zu besuchen, welche fuer die von den Mayas zurueckgelassenen Gegenstaende beruehmt ist. Das grossartige an der Hoehle ist die Tatsache, dass nichts aus der Hoehle entfernt wurde. Alles ist so wie es die Mayas verlassen haben - einschliesslich der Skelette.


The Crystal Maiden

Das beruehmteste Skelett in der Hoehle ist die “Kristallene Jungfrau”, die Ueberreste eines Maedchens im Teenager Alter. Vermutlich wurde sie geopfert, was jedoch nicht belegt und auch umstritten ist, da sie nicht gefesselt war und auch der Kopf nicht abgetrennt wurde.

In der sogenannten Kathedrale der Hoehle sind mehrere Skelette zu finden. Das juengste Opfer war noch ein Saeugling. Die meisten der Keramikgegenstaende, die in der Hoehle zurueckgelassen worden, sind entweder von den Maya komplett zerstoert worden oder aber mit Loechern versehen worden. Dies wurde gemacht, damit der Geist des Gegenstandes entweichen konnte. Die Keramikschuesseln und -behaelter waren keine normalen Gebrauchsgegenstaende sondern wurden ausschliesslich und nur einmal fuer Rituale genutzt und dann

Die Maya modifizierten teilweise auch Gesteinsformationen in der Hoehle. So wurden beispielsweise Altare aber auch Gesichter oder Tiersilhouetten geschaffen, die bei Beleuchtung einen Schatten an die dahinterliegende Wand warfen. Denkt daran wie es ausgesehen haben muss, wenn die Hoehle nur durch Fackeln beleuchtet war. Durch das Feuer der Fackel sah es so aus, als ob sich die Schatten bewegten. Die Hoehle wurde ausschliesslich dazu genutzt um mit Ahnen oder Goettern in Kontakt zu treten.

Um zu der Hoehle zu gelangen, marschierten wir 45 min durch den Dschungel und ueberquerten den selben Fluss drei mal. Um die Mayastaetten in der Hoehle zu erreichen, mussten wir erst durch den Hoehleneingang schwimmen, durch schultertiefes Wasser laufen, uns durch Oeffnungen zwaengen und mehrere Felsen erklimmen. Es war unglaublich spannend einen Kilometer tief in eine total dunkle Hoehle vorzudringen um Keramiken, Feuerplaetze, Schaedel und vollstaendige Skelette zu entdecken, die die Maya vor ueber 1000 Jahren dort zurueckgelassen haben. Definitiv einer der Hoehepunkte dieser Reise.

Tag 109
4. Mai 2010

San Ignacio, Belize

Wow, es wird frueh und schnell hell in Belize. Um 5 Uhr ist es taghell. Daran muessen wir uns erstmal gewoehnen.

Belize City muss man nicht wirklich gesehen haben. Wir brauchten aber Bargeld und Geldautomaten gibt es hier nicht an jeder Ecke. Die Einfahrt zur Stadt ist sehr seltsam - milde ausgedrueckt. Um nach Belize City zu kommen, muss man erstmal mitten durch den Friedhof der Stadt fahren. Sehr seltsam. Nachdem wir unser Geld hatten, drehten wir um und fuhren zum Belize Zoo.

Der Belize Zoo ist eine private Sammlung von Tieren, die in Belize zuhause sind. Ich bin kein grosser Zoo Fan aber dieser hier ist wirklich klassen. Man fuehlt sich nicht wirklich wie in einem Zoo sondern eher wie in einem Dschungel - liegt wohl daran dass man wirklich in einem ist. Die Tiere haben grosse Gehege und ihre natuerliche Umgebung.
Unser naechster Halt war Ceasar’s Place in San Ignacio. Ein kleines Hotel mit 4 Stellplaetzen fuer Camper.

Tag 108
3. Mai 2010

Belize City

Wir hatten keine Eile Mexiko zu verlassen. Als erstes benoetigten wir noch einige Lebensmittel. Belize ist generell sehr teuer, daher kauften wir einiges was wir ohnehin immer brauchen auf Vorrat. Naechster Halt war die PEMEX Tankstelle. Auch Benzin ist teuer - etwa so teuer wie in Deutschland. Danach kam unser Gastank dran - wer weiss ob es in Belize Gas gibt. Also schnell auffuellen.

Chetumal ist nur ein Steinwurf von der Grenze nach Belize entfernt. Wir waren in weniger als 20 Minuten dort.

Wir waehlten eine kleinen Grenzuebergang aus, der einfach zu navigieren ist. Als erstes - noch in Mexico - hielten wir am Grenzbuero um uns unsere Touristenkarten abnehmen zu lassen. Danach verliesen wir Mexiko und mussten an einem kleinen Gebaeude halten, an dem unsere Reifen desinfiziert wurden. Das kostete rund 5 Euro. Uns wurde gesagt, dass wir den Beleg gut aufbewahren sollten. Jetzt ging es weiter zum Grenzgebaeude von Belize wo zunaechst unsere Paesse mit Einreisestempel versehen wurden. Danach gings weiter zum Zoll wo man den Fahrzeugbrief sehen wollte. Jetzt bekam ich als Eigentuemer des Trucks einen weiteren Stempel in den Pass, der mit Fahrzeugdetails vervollstaendigt wurde. Danach durften wir unser Fahrzeug holen und zum Schlagbaum an der Grenze vorfahren. Dort kontrollierte der selbe Beamte, der eben den Fahrzeugbrief und meinen Pass gesehen hatte, ob er wir ja auch alle Papiere zusammen haben... Ausserdem wollte er auch noch einen Blick in den Camper werfen. Ich bat ihn mit den Schraenken vorsichtig zu sein, da ich nicht wollte dass ihm eine Dose an den Kopf faellt. Auf einmal wollte er doch nicht mehr in den Camper - auch gut. Er hob den Schlagbaum und wuenschte uns eine gute Reise. Das ganze Prozedere dauerte knapp 30 Minuten. Jetzt brauchten wir noch eine Autoversicherung fuer Belize, was vorgeschrieben ist. Diese kauften wir einen halben Kilometer hinter der Grenze.15 Dollar fuer eine Woche.

Wir fuhren bis Belize City und stoppten an der Cucumber Beach Marina. Es ist nicht wirklich ein Campingplatz sondern ein Jachthafen - also gibt es auch alles was man als Camper so braucht. Wasser und Strom in der Hauptsache. Sicherheit wird gross geschrieben. Drei bewaffnete Sicherheitsleute, die alle 20 Minuten einstempeln muessen bewachen die teuren Boote - und uns.  

Tage 103 - 107
27. April 2010 - 2. Mai 2010

San Pedro, Ambergris Caye, Belize

Wir brauchten Urlaub von unserem Camperleben und verbrachten 5 Naechte im Xanadu Resort (
www.xanaduresort-belize.com) auf der Insel Ambergris Caye Island, Belize. Unseren Camper liessen wir in Mexico auf dem Campingplatz und nahmen ein Schnellboot auf die Insel. 
Wir hatten in unserer 150 qm Suite mit Meerblick massig Platz. Ausser zu entspannen stand nicht viel auf dem Plan. Wir genossen das entspannte Inselleben. Hoehepunkt war das Schnorcheln am zweitgroessten Riff der Welt wo wir viele viele bunte Fische und Korallen sehen konnten. Die groessten Fische waren dei Ammenhaie und die Rochen. Ich traute mich sogar einen 2 Meter langen Hai in den Schwitzkasten zu nehmen. Er genoss die Streicheleinheiten.



 
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