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Wir waren bereits 2004 in Peru und haben damals viel Zeit hier verbracht und die wichtigsten Sehenswuerdigkeiten des Landes gesehen. Daher entschieden wir uns diesmal auf dem Weg nach Chile quasi nur durchzufahren um Zeit fuer Chile und Argentinien zu sparen. Wir verbrachten nur 10 Tage in Peru und ueberquerten die Grenze nach Chile am 22. Oktober 2010. .
Tage 259 - 269 11. Oktober 2010 - 21. Oktober 2010
Piura - Huanchaco - Punta Hermosa - Huacachina - Nazca - Arequipa
Am 11. Oktober ueberquerten wir die Grenze nach Peru. Es war eine schnelle, schmerzlose Angelegenheit und wir konnten bis zu unserem Tagesziel Piura fahren. Es gibt nicht zu viele Optionen fuer einen sicheren Uebernachtungsplatz in Piura. Wir waehlten den Parkplatz eines namenslosen Motels. Der Begriff "Motel" hat hier nicht die selbe Bedeutung wie in den USA oder Europa. In diesem Teil der Erde sind Motels Orte an denen sich unverheiratete Paare "austoben" koennen. In Lateinamerika lebt man in der Regel bis zur Heirat bei den Eltern, also braucht man einen Ort, an dem man sich mit dem Partner treffen kann. Sodom und Gomorra...Auf jeden Fall verbrachten wir eine ruhige Nacht hier und fuhren frueh am naechsten Morgen weiter nach Huanchaco.

Huanchaco ist ein beliebter Strandort etwa 13 Kilometer nordwestlich von Trujillo. An der Strandpromenade gibt es viele Restaurants, die für ihre Fischgerichte bekannt sind, sowie einen Markt für Kunsthandwerk. Ein beliebtes Fotomotiv sind die Caballitos de Totora, kleine Schilfboote, mit denen seit Jahrtausenden auf dem Meer gefischt wird. Als Caballito de Totora, spanisch für „Schilf-Pferdchen“, werden in Peru traditionell gefertigte kleine Fischerboote bezeichnet. Der Name Caballito als Verkleinerungsform des spanischen Wortes für „Pferd“ (el caballo) geht wahrscheinlich zurück auf die einem Reiter ähnelnde Sitzhaltung des Fischers, bei der sich beide Beine im Wasser befinden, der Namenszusatz de Totora leitet sich von der zum Bau verwendeten Pflanze Totora-Schilf ab.
Ein Caballito de Totora hat die Form einer Schote und wird aus Schilf geflochten. Hinsichtlich der Größe ist es mit einer Länge von vier bis fünf Metern, einer Breite von 0,6 bis einem Meter sowie einer Nutzlast von etwa 200 bis 250 Kilogramm ausreichend für den Transport einer Person samt der Fischereiausrüstung und dem Fang. Der Antrieb eines Caballito de Totora erfolgt durch Paddeln. Verbreitet sind sie insbesondere im Norden Perus, wo der Bau und die Nutzung dieser Boote eine wahrscheinlich Jahrtausende alte und bis in die Moche-Kultur zurückreichende Tradition hat. Wir verbrachten zwei Naechte auf einer Art Campingplatz und genossen das Klima und die hervorragende Ceviche um Energie fuer unseren 650 km trip nach Punta Hermosa, 40 km suedlich von Lima zu sammeln. Punta Hermosa ist ein surfer hot spot und einer der wenigen Plaetze auf dieser Erde mit einem "left hand point break" UND einem "right hand point break". Ausserdem wohnen unsere Bekannten Kurt und Melissa hier in einem wunderschoenen Apartment und wir waren eingeladen ein paar Tage bei ihnen im Gaestezimmer zu verbringen.Wir lernten Kurt vor sechs Jahren auf dem Inka Trail kennen und hielten den Kontakt aufrecht. Wir taten nicht viel. Marissa genoss es mal wieder viel Platz zu haben und "raste" in der Wohnung herum. Nach drei Tagen am Strand "zog" es uns wieder in die Wueste. Die Panamerikana durch Peru fuehrt komplett durch Wueste. Diese Eintoenigkeit wird nur durch Strecken entlang des Meeres unterbrochen. Diese Streckenabschnitte sind jedoch wunderschoen. Wir fuhren also weiter in die Oase of Huacachina, die wir nach einem langen Tag auf der Strasse erreichten

Huacachina ist ein Ort einige Kilometer westlich der Stadt Ica. Die Bevölkerung liegt bei ca. 200 Einwohnern. Der Ort ist, aufgrund einer Oase (Laguna de Huacachina) und den sie umschließenden Dünen, eine der touristischen Attraktionen Perus. Wir empfanden den Ort allerdings nicht so toll. Der ganze Ort wirkt eher etwas heruntergekommen. Die Dünen zählen mit einer Höhe von ca. 100m zu den größten des Landes. Die Oase wird von einem unterirdischen Andenfluss gespeist, der mineralhaltiges Wasser mitführt, und sie so lange Zeit als Heilbad nutzbar machte. Der Wasserspiegel nimmt aber in den letzten Jahren zunehmend ab und die Verschmutzung durch Abwasser zu.
Wir verbrachten den Nachmittag mit einer Erkundung der Oase und entschlossen uns danach am naechsten Morgen nach Nazca weiterzufahren.

Nazca ist hauptsaechlich bekannt fuer die Nazca-Linien. Dies sind riesige Scharrbilder (Geoglyphen) in der Wüste bei Nazca. Benannt sind die Linien, die Wüste und die Kultur nach der unweit der Ebene liegenden Stadt Nazca. Die Nazca-Ebene zeigt auf einer Fläche von 500 km² schnurgerade, bis zu 20 km lange Linien, Dreiecke und trapezförmige Flächen sowie Figuren mit einer Größe von zehn bis mehreren hundert Metern, z. B. Abbilder von Menschen, Affen, Vögeln und Walen. Oft sind die figurbildenden Linien nur wenige Zentimeter tief. Durch die enorme Größe sind sie nur aus der Hoehe zu erkennen und man muss sich fragen wie sie vor hunderten von Jahren hergestellt wurden. Da wir 2004 bereits einen Flug ueber die Linien unternommen hatten und da in letzter Zeit immer wieder Flugzeuge "vom Himmel fallen" entschlossen wir uns diesmal einige der Figuren von einer Aussichtsplattform zu besichtigen, die von Maria Reiche gebaut wurde. Maria Reiche ist die deutsche Wissenschaftlerin, die die Linien bis zu ihrem Tod 1998 ueber 40 Jahre lang erforscht hat. In der Naehe von Nazca befindet sich ausserdem die mit ueber 2000m hoechste Sandduene der Welt. Es war mal wieder Zeit fuer einen Oelwechsel, den wir hier in Nazca machen liesen. Was fuer ein Unterschied zu unserem letzten Wechsel in Costa Rica. Dort waren wir in einer "Hochglanzwerkstatt". Hier legte sich der Mechaniker unters Auto und lies das Oel in eine Wanne laufen um es dann in ein Fass zu kippen, das da bestimmt schon seit Jahren stand. Der schwarze, oelhaltige Boden sah zumindest so aus. Immerhin ging es schnell und problemos und wir konnten uns auf den Weg zu unserer letzten Station in Peru, Arequipa, machen.
Arequipa, die "Weisse Stadt"

Wir parkten auf dem Parkplatz des Hostal "Las Mercedes" und waren diesmal nicht die einzigen.Es waren noch zwei deutsche, ein franzoesisches und ein brasilianisches Fahrzeug hier. Wir verbrachten zwei Tage in Arequipa und Umgebung.
Arequipa ist die Hauptstadt der gleichnamigen Region Arequipa und stellt das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des südlichen Perus dar. Arequipa liegt auf über 2.300 m Höhe und hat rund 900.000 Einwohner. Beherrscht wird die Stadt durch die Vulkane in der nahen Umgebung, den 5.822 m hohen kegelförmigen Misti, den 6.057 m hohen Chachani und den kleineren und entfernteren Pichu Pichu. Nicht weit von Arequipa liegen auch die Schluchten des Cotahuasi- und des Colca Cañon, den wir bereits 2004 besucht hatten, die mit bis zu 3000 m Höhenunterschied mit zu den tiefsten der Welt zählen. Die Küste des Pazifik liegt nur 75 km Luftlinie entfernt und beschert der Stadt das ganze Jahr über ein mildes und sonniges Klima.
Die Herkunft des Beinamens „die weiße Stadt“, mit dem sich Arequipa schmückt, bezieht sich wahrscheinlich nicht auf das weiße Sillar-Gestein vulkanischen Ursprungs, mit dem viele der alten historischen Gebäude im Zentrum Arequipas erbaut wurden, sondern eher auf die hellere Hautfarbe der einstmals im Stadtzentrum lebenden spanischstämmigen Bewohner, die es den Einheimischen verboten, in der Innenstadt zu leben.
Die Stadt wurde am 15 August 1540 by Garci Manuel de Carbajal einem Entsandten von Eroberer Francisco Pizarro gegruendet.Im Jahr 2000 wurde die die Stadt von der UNESCO als Weltkulturerbe ausgezeichnet. Arequipa ist eine der wenigen Kolonialstaedte in Suedamerika und die Stadt gefiel uns immer noch so gut wie 2004.
Von Arequipa fuhren wir direkt nach Arica, Chile.
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